Bauknecht weiß, was Frauen wollen - Ulf weiß es besser - die Dritte
Unser Bauknecht Wäschetrockner ist jetzt schon acht Jahre alt. Nach vier Jahren musste ich das Türschloss durch Klettverschlüsse ersetzen. Im letzten Jahr war der Entstörfilter durchgeknallt und ein neues Thermostat musste her.
Vor kurzem häuften sich dann wieder einmal die Störungen. Die Bauknecht-Ingenieure haben genau zwei Ausnahmebedingungen vorgesehen: "Flusensieb reinigen" und "Abwassertank leeren". Unser Trockner zeigte nach kurzer Laufzeit "Flusensieb reinigen". Das Flusensieb war aber blitzblank. Nach kurzer Recherche war klar, was mir der Trockner eigentlich sagen wollte: "Der Luftstrom wird zu heiß, vielleicht ist das Flusensieb voll, vielleicht ist auch irgendetwas anderes verstopft." Im Web fand ich eine schöne Anleitung dafür, wie ich den Trockner zerlegen kann, um an die Stelle vorzudringen, wo sich nach vielen Jahren soviel Schmodder gesammelt hat, dass die Luft nicht mehr richtig zirkuliert.
Ein paar Stunden Arbeit und ich war ins Innerste gelangt. Der Dreck war schnell entfernt. Ablagerungen von feinstem Filz, den Generationen von Socken, Handtüchern und Bettlaken hinterlassen hatten. Etwas Kreide war auch dabei - ein beliebter Zusatz von Waschpulver. Es war schon spät in der Nacht und eigentlich wollte ich den Zusammenbau auf den nächsten Tag verschieben. Aber dann legte ich doch lieber gleich los. Das war ein Fehler.
Eine Stunde später war ich keinen Schritt vorangekommen. Der Deckel der Doppellüfterrad-Motor-Kombination wollte sich beim besten Willen nicht mehr schließen lassen. Ihn herauszuzerren, war noch gerade so möglich gewesen. Hineinwürgen konnte ich ihn nicht mehr. Ein irreversibler Prozess. Gewalt war auch keine Lösung. Das vordere Lüfterrad verbog sich und ein paar Stücken Plastik waren auch schon herausgebrochen. In meiner Verzweiflung versuchte ich noch eine letzte Aktion unter Zuhilfenahme eines Gummihammers - ohne Erfolg.
Entnervt gab ich auf. Ich wollte mich nicht mehr länger krumm machen für einen Haufen Schrott mit einem Restwert von ein paar Euro. Ein paar Tage lag der Schrotthaufen in meinem Keller. Er nagte an meinem Gewissen. Die Kosten für ein neues Gerät würden sich auf vierhundert Euro belaufen. Im Januar wird sich das Finanzamt melden. Die Versicherung hat die Jahresrate angekündigt. Leere Kassen überall.
Heute Abend habe ich mir den Schrotthaufen noch einmal zu Gemüte geführt. Nachdem ich die Seitenwände gelöst hatte, gelang es mir, die Vorderwand nach vorne zu biegen. Das ergab mehr Platz für den Einbau des widerspenstigen Deckels. Ich musste zwar noch lange an dem verbogenen Lüfterrad herumbiegen, aber schließlich konnte ich den Deckel so schließen, dass das Rad sich - bis auf ein zwei Stellen - fast frei drehen konnte. Eine Stunde später war der komplette Trockner wieder zusammengesetzt. Ich war zuversichtlich. Und ich hatte Recht - der Trockner funktionierte wieder! Er ist etwas lauter als vorher, das Lüfterrad schleift etwas. Und er ist etwas undicht, ein wenig Wasser läuft unter ihm hervor, aber undicht war er auch schon vorher.
So sparte ich vierhundert Euro und in der Begegnung Bauknecht gegen Ulf steht es jetzt 0:3!












